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Welche Stauden passen zum veränderten Klima?

Das Jahr 2022 hat uns mal wieder gezeigt, dass sich das Klima verändert. Trockener Sommer, Nässe im Herbst und Winter. Im letzten Beitrag habe ich über den Boden, die richtige Pflanzzeit und das Mulchen erzählt. Heute schaue ich mir die Stauden an, die diesen Sommer ohne viel gießen überstanden haben. Sind das die Stauden der nächsten Jahre?

Auf Instagram habe ich ein Reel mit meinen besten Stauden für Trockenheit gepostet. Diese möchte ich hier näher beleuchten.


Geranium nodosum

Berg-Waldstorchschnabel

Dieser kleine liebliche Storchschnabel hat mich wirklich sehr überrascht. Er hat im Juni angefangen und blüht seitdem ununterbrochen. In dieser Zeit hat er selten Wasser bekommen und nie schlapp gemacht. Normalerweise ist sein liebster Standort der Halb- oder Schatten. Doch: bei mir steht im Beet mit Sonne ab mittags. (Weil dort mal eine Hecke war, die Schatten gespendet hat). Und statt nun schlapp zu machen, hat er sich den Gegebenheiten angepasst. 👍👍👍


Stachys byzantina

Woll-Ziest

Über diese Staude gibt es viele Meinungen.

Vorweg: ich liebe den Woll-Ziest!


Er breitet sich zu stark aus und verdrängt andere Stauden. Er ist eine schöne Beetfassung. Er bekommt hässliche gelbe Blätter. Er ist so schön flauschig. Woll-Ziest kommt nicht in meinen Garten.


Zusammen beschreiben all diese Aussagen die Staude sehr gut. Vielleicht muss man sie nicht als Beeteinfassung nehmen, kann damit aber eine besonders trockene Stelle im Garten bepflanzen. Sonnige Standorte mit kargen Böden sind ihre Lieblingsplätze. Trockenheit ist absolut kein Problem!

Gestaltungstipp: im Herbst steche ich immer einige Rosetten ab und pflanze sie in Körbe oder Töpfe zusammen mit Heide und Gräsern. Als wintergrüne Staude ein Hingucker den ganzen Winter über.

Verbena bonariensis

Argentinisches Eisenkraut

Sie liebt die Sonne, mag keine große Nässe und keinen lehmigen Boden. Die Verbene ist eine kurzlebige Staude, die sich jedoch reich aussät. Für trockene Sommer ideal.


Sedum

Ob das jetzt Sedum telephium, S. spectabile oder S. spatulifoium oder eine der vielen snderen Sorten, sie alle sind wahre Trockenheitskünstler. Mit ihren fleischigen Blättern speichern sie das Wasser und halten so lange Zeit ohne Wasser aus.


Gaura lindheimerii

Prachtkerze

Diese Staude habe ich vor viel Jahren auf einem Campingplatz in der Toskana kennengelernt. Sie wuchs dort in riesigen Horsten auf sandigem Boden, wurde sehr selten gegossen und blühte übervoll. Ich war verzückt und habe sie in meinen Garten in die trockensten Ecken gepflanzt. Bis heute hat sie mich nicht enttäuscht. Ich habe sogar beschlossen, weitere Gauras zu pflanzen.

Anmerkung: Mir ist aufgefallen, dass die rot/rosa Gaura lange nicht so trockenheitsverträglich ist wie die weiße Gaura.

Erigerion, Familie Asteraceae

Feinstrahlaster oder Berufkraut

Von ca. 400 Arten wachsen neun in Mitteleuropa. Es gibt sie als Stauden oder als einjährige Pflanzen. Die reine Form des Erigerion gedeiht auf Wiesen, offenen Prärien und Felsformationen. Sie gilt heute als invasiver Neophyt, fällt aber nicht unter die FrSV.

Für den Garten werden seit ca. der 50er Jahre Hybriden gezüchtet, die wir im Handel dann als Feinstrahlaster kaufen. Ihre botanischen Namen sind dann „erigerion x cultorum“ und „Erigeron speciosus“.


Im Garten habe ich einige unterschiedliche Hybriden der Feinstrahlaster. Sie trotzen der Trockenheit sehr gut, haben jedoch mit den nassen Wintern ein Problem. Daher pflanze ich sie nur noch in die Beete mit einer guten Drainage.


Es gibt noch einige weitere Trockenheitskünstler und ich will diese Liste weiterführen. Auf Instagram trägt die Garten-Comunity unter #klimastarkepflanzen ihre Erfahrungen zusammen. Diesen Hashtag solltest du dir auch anschauen.


Alle Fotos von Bettina Gerwien



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